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Pressemitteilungen
26.01.2007
Lothar Mark schreibt wegen TI an Ministerpräsident Oettinger
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Lothar Mark hat sich am 26.01.2007 mit folgendem Schreiben an den Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Günter H. Oettinger, gewandt:


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,


als Bundestagsabgeordneter und früherer Dezernent der Stadt Mannheim für Kultur, Schulen und Sport wende ich mich heute an Sie, um Ihnen meine große Sorgen über eine systematische Zerschlagung der wissenschaftlichen Kompetenz und der Entwicklungsperspektive der Stadt Mannheim darzulegen.


Ein besonderes Problem, das die politisch Verantwortlichen, die Unternehmen, aber auch die gesamte Bevölkerung der Region beschäftigt, ist die rasche strukturelle Veränderung der Universität Mannheim und hier insbesondere die Perspektive der Technischen Informatik. Zur Stärkung der technisch-naturwissenschaftlichen Kompetenz – insbesondere in der Forschung – hatte sich die Landesregierung Anfang der 80er Jahre entschlossen, eine ingenieurwissenschaftliche Außenstelle der Universität Witten-Herdecke in Mannheim anzusiedeln. Als dieses Projekt scheiterte, hat das Land zugesagt, in Mannheim an der Universität eine Fakultät für Technische Informatik einzurichten. Ein seinerzeit von Herrn Ministerpräsident Späth berufenes Expertengremium hat dazu empfohlen, mindestens 24 Lehrstühle vorzusehen, um an der primär auf die Betriebs- und Sozialwissenschaften ausgerichteten Universität Mannheim eine leistungs- und wettbewerbsfähige Technische Fakultät aufzubauen. In einem ersten Schritt wurden Zug um Zug 7 Lehrstühle besetzt. Des Weiteren hat das Land im Rahmen einer umfangreichen Baumaßnahme ein hochinstalliertes auf die Bedürfnisse der Technischen Informatik ausgerichtetes Gebäude errichtet, das im Mai 2005 feierlich übergeben wurde.


Zum gleichen Zeitpunkt wurde klar, dass die Universität Mannheim mit der gegebenen Ausstattung von 7 Lehrstühlen keine Entwicklungsperspektive für die Technische Informatik sieht und diese Einheit zur Disposition stellt, um im Rahmen eines Fächertauschs eine Stärkung der Kernbereiche zu ermöglichen.


Da die früher angestellten Grundüberlegungen, dass für die Stadt Mannheim als Zentrum der sich entwickelnden Metropolregion Rhein-Neckar eine wesentliche Stärkung der Forschungskompetenz im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich notwendig ist, heute von noch größerer Bedeutung ist, belegt die neueste Studie des ZEW, die eine ganze Reihe von europäischen Metropolregionen bezüglich ihres Entwicklungspotenzials vergleicht.


Wenn also ein Ausbau der Technischen Informatik an der Universität Mannheim gegenwärtig nicht finanzierbar erscheint, muss man Alternativen aufzeigen, die diese Kompetenz in Mannheim erhalten und auf andere Weise eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung sichern.


Wie man aus der Presse hört, ist offenbar daran gedacht, das Institut für Technische Informatik an die Universität Heidelberg anzugliedern und räumlich zunächst das bestehende Gebäude in Mannheim weiter zu nutzen. Eine solche Lösung ist aus mehreren Gründen nicht zielführend. Zum einen benötigt eine leistungsfähige Technische Informatik immer eine unmittelbare Verbindung zu ingenieurtechnischen, insbesondere elektrotechnischen Fakultäten – diese sind in Heidelberg nicht vorhanden. Diese Lösung wäre also der Tod auf Raten für die Technische Informatik und zwar nicht nur für Mannheim, sondern dann auch für die gesamte Metropolregion.


Die einzig sinnvolle und erfolgsversprechende Lösung scheint mir eine institutionell abgesicherte Zusammenführung mit der ingenieurtechnischen Basis der Hochschule Mannheim. Diese Hochschule hat sich nicht zuletzt durch eine hervorragende Förderung des Landes, aber auch der Unternehmen der Metropolregion zu einer Spitzenhochschule ihrer Art entwickelt. In den Bereichen Elektrotechnik, Informatik und Informationstechnik gehört sie zu den quantitativ und qualitativ herausragenden Anbietern unter den deutschen Fachhochschulen. Dies kann man an einer besonderen Attraktivität für ausländische Studierende und an besonderen Leistungen in der angewandten Forschung und im Technologietransfer festmachen. So wurde z.B. Ende des Jahres 2006 der Masterstudiengang Informationstechnik als einziger technischer Studiengang einer deutschen Universität oder Fachhochschule vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit dem Qualitätslabel „TOP 10 International Master´s Degree Courses made in Germany“ ausgezeichnet.


Vor diesem Hintergrund gilt es, die bestehende gute Kooperation zwischen dem Institut für Technische Informatik der Universität Mannheim und der Hochschule Mannheim systematisch – also ohne Rücksicht auf rein statusbezogene Empfindlichkeiten – weiterzuentwickeln. Dabei sollte die Hochschule Mannheim – wie es auch im Masterplan des Landesprogrammes Hochschule 2012 vorgesehen ist – ihre Ausbildungskapazität in den Bachelor- und Masterstudiengängen systematisch ausbauen und im Bereich der vertiefenden Masterstudiengänge und in entsprechenden Forschungsvorhaben mit dem Institut für Technische Informatik die Potenziale noch stärker zusammenführen. Dazu wäre es sinnvoll, ein gemeinsam betriebenes Graduiertenkolleg aufzubauen, wie es z.B. die Universität Heidelberg im Bereich der Biotechnologie seit Jahren erfolgreich mit der Hochschule Mannheim betreibt.


Beachtet man weiterhin, dass gegenwärtig an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg die vorklinischen Bereiche ausgebaut werden und zwar mit dem klaren Fokus auf die computerunterstützte Medizin und insbesondere hier die bildgebenden Verfahren und dass hier seit langen Jahren sehr fruchtbare Kooperationen mit der Hochschule Mannheim und auch dem Institut für Technische Informatik der Universität Mannheim bestehen, könnte in einer sinnvollen Bündelung und einer innovativen institutionellen neuen Verankerung des Instituts für Technische Informatik eine zielgerichtete und nachhaltige Weiterentwicklung des Wissenschaftsstandortes Mannheim erreicht werden und der umfangreiche Ausbau der Hochschuleinrichtungen in Mannheim in einer ganz neuen Weise nutzbar gemacht werden. So könnten die so dringlich erforderlichen neuen Entwicklungsimpulse im Wissenschaftsbereich in einer sich orientierenden  europäischen Metropolregion initiiert werden.


Die gegenwärtig presseöffentlich geführten Diskussionen lassen allerdings befürchten, dass die gegebenen und mit umfangreichen Landesmitteln finanzierten Potenziale im Rahmen eines kleinkarierten Geschachere in kürzester Zeit zerstört werden. Ich bin ein Befürworter von autonomen und sich wettbewerblich orientierenden Hochschulen, gleichwohl ist das Land nach wie vor Financier der Hochschulen und in solchen hochschulübergreifenden Fragen ist kraftvolles ordnungspolitisches Handeln gefragt. Ich bin überzeugt, dass dafür eine breite Unterstützung auch seitens der Unternehmen gewonnen werden kann.


Der Vollständigkeit wegen weise ich auch darauf hin, dass die Zerschlagung der Philosophischen Fakultät, die in den letzten Jahren geplant wurde und auch weiterhin geplant wird, für mich nicht nachvollziehbar ist.


Mit freundlichen Grüßen


Lothar Mark



 

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